Seminar (SE): 496014 B-Films – Die B-Seite des Kinos - Details

Seminar (SE): 496014 B-Films – Die B-Seite des Kinos - Details

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Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Seminar (SE): 496014 B-Films – Die B-Seite des Kinos
Veranstaltungsnummer 496014
Semester SoSe 2026
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 40
maximale Teilnehmendenanzahl 40
Wartelisteneinträge 2
Heimat-Einrichtung Professionalisierungsbereich
Veranstaltungstyp Seminar (SE) in der Kategorie Lehre
Nächster Termin Dienstag, 26.05.2026 18:30 - 20:00, Ort: (online)
Voraussetzungen Bitte prüfen Sie im eVV anhand des Moduls, ob Sie die Voraussetzungen für diese Veranstaltung erfüllen.
ECTS-Punkte 3

Räume und Zeiten

(online)
Dienstag: 18:30 - 20:00, wöchentlich (14x)

Kommentar/Beschreibung

Ähnlich wie es auf alten Musikalben eine A-Seite mit den besten Hits und eine B-Seite mit den eher minderwertigeren Stücken gab, wird auch im Filmgeschäft zwischen hochwertigen Produktionen und B-Filmen unterschieden. So haben mit den sinkenden Kosten zur Produktion sowie Distribution Generationen von Filmemacher:innen abseits des Expert:innentums immer wieder ihr künstlerisches und finanzielles Glück versucht ihre Visionen auf die große Leinwand zu bringen.Der wohl erste berühmt und berüchtigt gewordene ist Ed Wood, der bereits in den fünfziger Jahren versuchte mit Science-Fiction-Filmen in Hollywood Fuß zu fassen und jenseits von Budget und Ausbildung, aber mit einer bewundernswerten Leidenschaft wirkte. Zwanzig Jahre später erfuhren Low-Budget-Filme einen regelrechten Boom und revolutiertierten das Horror- und Splatter-Genre wie beispielweise in Italien mit dem Giallo-Genre. Zur selben Zeit wurde die neuaufkommende Welle an Erotikfilmen mit dem rechtlichen Streit um dessen Status der Prostitution oder Schauspielerei begleitet, wobei Mitwirkende in den USA horrende Freiheitsstrafen zu befürchten hatten, sich aber am Ende durchsetzten und im Zuge der Legalisierung dem Genre nur einen noch rascheren Anwuchs bescherte. Inmitten dieser filmischen und politischen Umstürze der Zeit der 68er:innen stach in Deutschland der Regisseur und Aktivist Rosa von Praunheim heraus, der Erotikelemente mit Schockbildern und einem Humor jenseits von Moral und gutem Geschmack kombinierte und den Camp aus der LGBT- und Drag-Szene in die Kinos und häuslichen Fernsehern brachte. Sexualität ohne merkbare politische Ambitionen findet man hingegen im Sexploitation-Genre, in dem Erotik und nackte Haut als Ziel und Zweck der Bilder Handlungsstränge entlegitimieren. Natürlich kennt die Exploitation-Welt aber auch Nischen wie dem Blaxploitation, Nunsploitation oder Bruceploitation. Interessant ist auch, dass deutsche Synchronstudios versuchten die eingekauften B-Filme mit einer Neuvertonung zu retten – die bekanntesten Beispiele sind die Bud-Spencer-und-Terence-Hill-Filme, die dank der deutschen Synchronisierung in Deutschland bekannter sind als im Ursprungsland Italien. Zuletzt widmen wir uns den modernen Klassikern, die sich bei Tommy Wiseau oder Neil Breen finden lassen, in der sich die Faszination an einer eigentümlichen und emfremdeten Form des Filmemachens und des Weltverstehens entfaltet. Auf Rezeptionsseite werden diese Filme dabei keineswegs nur belächelt, sondern als Alternative zum Hollywood-Muster kulthaft gefeiert oder gar mit einer neuen, postmodernen Ernsthaftigkeit liebgewonnen. B-Film-Festivals entstehen, auf denen die Filme mit viel Liebe, teils immenser Recherche- und Restaurationsarbeit und kreativen Marketing oftmals auf Originalfilmmaterial gezeigt werden. Der Organisator des B-Film-Basterds-Filmfestivals im KommKino Nürnberg wird uns in einem Gastvortrag von seinem Festival erzählen können. Untersuchenswert ist hierbei der gedankliche Wandel von qualitativ und inhaltlich minderwertigen Machwerken, zu einem Kultphänomen, einem Gegenstand akademischer Betrachtung und filmindustrieller Vermarktungsstrategien. Außerdem stellt sich die Frage nach der Aneignung und rekontextualisierter Wiederverwertung der Fans, die aus dem Minderwertigen einer Industrie einen neuen Wert schöpfen und regelrechte Rituale zur Rezeption von B-Film-Klassikern etablieren. Aufgrund der teils kontroversen Art der gezeigten Filme und der streckenweise problematischen filmischen Darstellung einzelner Themen, ist die Bereitschaft sich mit unkoventionellen, provokativen und verwerflichen Aspekten des Kinos zu beschäftigen, für den Besuch des Kurses empfehlenswert und eine kritische Reflexion der Filme Teil des Kursinhalts.---------------------------------Thomas Ressel ist Absolvent des Master Medienwissenschaften an der HBK Braunschweig und beschäftigt sich in seiner Lehre mit philosophischen und insbesondere poststrukturalistischen Ansätzen, um Subjektivierungsprozessen und intersektionalen Themenschwerpunkten eine theoretische Grundlage und Analyse bieten zu können. Hierzu gehören beispielsweise Fragen zum ökonomischen, sozialen und kulturellen Kapital sowie zur Gerechtigkeit in einer heterogenen Gesellschaft. In diesem Kurs soll es verstärkt um das kulturelle Kapital gehen und insbesondere um die Aneignung fragwürdiger filmischer Kulturpraktiken, welche B-Film als B-Ware in den Mittelpunkt des Konsumgenusses und der hedonistischen Weltflucht oder kritischen Reflexion stellen.

Anmelderegeln

Diese Veranstaltung gehört zum Anmeldeset "SoSe 2026-20260309-20260329-Losverfahren-20260311-Prof".
Sie können zwei Veranstaltungen belegen. Alle angemeldeten Teilnehmer*innen sollen zur ersten Veranstaltung erscheinen; wer nicht anwesend ist, wird aus der Veranstaltung ausgetragen (es sei denn, eine Entschuldigung liegt vor).
Folgende Regeln gelten für die Anmeldung:
  • Die Anmeldung ist möglich von 09.03.2026, 11:00 bis 29.03.2026, 18:00.
  • Es wird eine festgelegte Anzahl von Plätzen in den Veranstaltungen verteilt.
    Die Plätze in den betreffenden Veranstaltungen wurden am 11.03.2026 um 12:20 verteilt. Weitere Plätze werden evtl. über Wartelisten zur Verfügung gestellt.
  • Die Anmeldung zu maximal 2 Veranstaltungen des Anmeldesets ist erlaubt.
Veranstaltungszuordnung: